Und da die Jünger sahen, wie Jesus auf dem Meer ging, erschraken sie und riefen: «Es ist ein Gespenst!», und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: «Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! (Matthäus 14,24-27)»
Wir starten gerade wieder in die kalte Jahreszeit in der eisigen, kalten Jahreszeit. Gleichermassen scheine zunehmend die warmen Zeiten, in denen unsere Gesellschaft optimistisch und hoffnungsvoll auf die Zukunft blickte, verschwunden. Diesen optimistischen Fortschrittsglauben erlebte ich von meinen ersten Schulstunden in den frühen 90ern bis ins Erwachsenenalter vor einigen Jahren und betrifft alle Gesellschaftsschichten und politischen Einstellungen. Und irgendwie kam dies alles plötzlich und unverhofft.
Gleichermassen trifft es von jeher bis heute zu, dass der See Genezareth von gutem Wetter plötzlich und unvorhersehbar auf Finsternis und Sturm umschlagen kann, wie wir es als westliche Gesellschaften in den letzten Jahren erlebt haben: Das Boot ist in Not gekommen. Gerade in solch schwierigen Zeiten fällt es uns oft schwer Jesus zu erkennen, wenn er uns begegnet. Die Frage: «Wo ist Gott in all diesem Elend und Leid und den Herausforderungen unseres Lebens, kann so weit gehen, dass wir die Präsenz und das Wirken von Gott nicht mehr erkennen, sondern es uns noch unheimlicher wird, wenn er versucht zu uns zu reden und unseren Blick auf sich zu lenken.
In den Stürmen und Unwettern unseres Lebens aber gerade dürfen wir erleben, wie nicht wir es sind, die uns an Jesus festklammern müssen, um das Licht zu sehen. Vielmehr spricht uns Jesus immer wieder selbst an und sagt uns, dass Gott, wie Martin Luther schreibt, «Sein Licht oft unter der Finsternis verbirgt.»
