Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen und tragen guten Samen
und kommen mit Freuden und bringen ihre Gaben.
Psalm 126,5.6
Man darf diese Worte nicht als eiserne Regel verstehen. Sonst können sie belastend und bedrückend werde, vor allem, wenn gerade Zeit der Tränen ist im eigenen Leben.
Aber der Psalmdichter hat Erfahrungen gemacht und Beobachtungen gesammelt: Manchmal braucht es auch einfach Zeit. Manchmal muss man Geduld haben und nicht zu schnell aufgeben. Der Psalmdichter geht aber nicht von einer allgemeingültigen Regel aus, er erwartet diese Wende zum Guten aus Gottes Hand.
Der Anfang des Psalms blickt auf das Ende der Verschleppung der judäischen Elite nach Babylon zurück. Der Dichter ist überzeugt, dass jeder Mensch darauf hoffen darf, dass Gott auf ähnliche Weise sich seines Schicksals annimmt und niemanden in seinen Tränen versauern lässt.
Ewiger Gott
Du siehst unsere Tränen.
Trockne du sie ab
und gib unserem Leben eine Perspektive.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
