Als der Sohn noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. (Lukas 15,20)
Dieser Abschnitt aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn oder aus meiner Sicht noch treffender, den verlorenen Söhnen lässt mich immer wieder über das gnädige Verhalten des im Gleichnis beschriebenen Vaters staunen. Da lässt sich der jüngere Sohn vorzeitig das Erbe auszahlen und sagt damit: «Vater, für mich bist Du wie gestorben.» Und dann verpasst er das Geld und landet letztlich bei den Schweinen. Hier besinnt er sich und kommt zum Schluss, dass er es als Tagelöhner noch besser hätte als in der jetzigen Situation. So macht er sich auf den Weg nach Hause.
Etwas Erstes lässt sich beobachten: Der Vater gibt die Hoffnung nicht auf und hält immer wieder Ausschau nach seinem Sohn. Ein Zweites: Als der Vater den Sohn sah, macht er etwas das um Orient unüblich ist. Er läuft / rennt seinem Sohn entgegen. Der Vater suchte die Nähe seines Sohnes, der ihn verlassen hatte. Noch etwas drittes, was speziell ist: Der Vater fällt seinem nach Schweinen stinkenden Sohn um den Hals und küsste ihn. Damit drückt er aus: «Ich kenne dich und du bist weiterhin Teil von unserer Familie.»
Gerade diese Passage motiviert mich im Umgang mit den verschiedensten Menschen sie so zu sehen, wie der himmlische Vater sie sieht. Als seine geliebten und gesegneten Kinder.
Dreieiniger Gott
Danke, für die biblischen Gleichnisse, die jedes auf seine Art etwas von Deiner Wesensart beschreibt.
Lass uns mit deiner Hilfe, die gnädigen Charakterzüge des Vaters immer mehr in unserem Alltag zu integrieren.
Roman Bamert, Sozialdiakon
