Vertraut nicht auf Fürsten
Nicht auf den Menschen, bei dem keine Hilfe ist.
Psalm 146,3
Das Alte Testament hat Teile, die den König sehr verehren, ja schon fast in den Himmel heben. Es hat aber auch Teile, die äusserst herrschaftskritisch sind. Man hat seine Erfahrungen gemacht mit korrupten Herrschenden und Beamten, die nicht dem Volk, sondern nur ihrem eigenen Vorteil und Geldbeutel dienen.
Es ist voraussehbar, wie der Psalm weitergeht: «Wohl dem, dessen Hilfe Gott ist.» Und dann wird aufgezählt, was Gott alles tut (was implizit die «Fürsten» nicht tun): Er schafft den Unterdrückten Recht, gibt den Hungrigen Brot, richtet die Gebeugten auf und anderes mehr.
Da wird sichtbar, wie ein Leben aussieht, wie es sich Gott für uns Menschen wünscht. Es wäre aber falsch, die Hände in den Schoss zu legen und darauf zu warten, bis Gott alles erledigt. Die ernüchterte Folgerung, die der Psalmdichter aus seinen Erfahrungen zieht, ändert nichts am Anspruch an alle Menschen, und gerade an die Mächtigen, mit ihren Kräften an einer Welt im Sinne Gottes mitzubauen.
Ewiger Gott
Hilf mir, meinen Teil beizutragen,
dass Gerechtigkeit und Friede auf deiner Welt gedeihen.
Amen.
