Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! (Ezechiel 18, 31)
Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. (Ezechiel 36, 26)
In beiden Versen geht es um ein neues Herz und einen neuen Geist. Aber im ersten sollen die Menschen umkehren und sich dieses neue Herz selbst erschaffen. Im zweiten ist es eine Gabe von Gott. Wieso diese feine, aber bedeutsame Änderung? Ist es nicht mehr wichtig, dass sich die Menschen Mühe geben, sei es im Zusammenleben, sei es im Verhältnis zu Gott?
Oder steht dahinter die Erkenntnis, dass wir uns nicht einfach neu erfinden können, auch wenn wir das möchten? Dass wir von dem, was wir erlebt haben, von unserer Familiengeschichte und von den Menschen, die uns umgeben geprägt sind, im Guten, aber oft auch im Schlechten? Dass wir einen Impuls, einen Anstoss und auch Unterstützung von aussen brauchen, wenn wir uns ändern wollen?
Ewiger Gott,
verglichen mit Dir sind wir wie Staubkörner, die vom Wind herumgewirbelt werden. So viel in unserem Leben, auch in unserem Inneren, können wir kaum beeinflussen. Schenk Du uns dieses neue Herz, diesen neuen Geist, damit wir wirklich als Deine Söhne und Töchter leben können.
Amen
Brigitta Josef, Pfrn.
