Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (Petrusbrief 5,5b)
Hochmütig sein, will niemand, demütig sein ebenfalls nicht. Hochmütig sind höchstes die andern. Demut ist veraltet und hindert einen an der Selbstentfaltung. Man muss doch vorwärts kommen! Man muss doch Haltung zeigen! Dass bei diesen Gedanken der Hochmut bereits gefährlich nahe gekommen ist, wird grosszügig verdrängt.
Demut ist überhaupt nicht das Gleiche wie Unterwürfigkeit. Demut bedeutet, dass ich mir bewusst bin, dass ich nicht der Massstab aller Dinge bin. Demut bedeutet, dass ich mir bewusst bin, dass ich Schwächen habe und dass ich diese auch eingestehen kann.
In der Beziehung zu Gott kann ich diese Haltung einüben und sie – auch wenn ich immer wieder scheitern werde – auch gegenüber anderen Menschen anbringen. Gott wird meine Demut nicht ausnützen, bei Menschen ist das leider nicht so sicher. Gerade bei denen, die anderen Demut predigen.
Ewiger Gott
Du siehst meine Stärken und meine Schwächen.
Dir darf ich mit beidem begegnen.
Dafür danke ich dir.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
