Erbarmt euch derer, die zweifeln. (Judas 1,22)
Für den Schreiber des Judasbriefes ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Zweifel zu unserem Leben auf dieser Erde dazugehört. In gleichem Masse, dass das Umfeld barmherzig darauf reagieren soll. Doch allzu schnell geht uns diese verloren und wir wissen genau, wie wir oder unsere Nächsten in dieser oder jener Situation sich vorbildlich verhalten soll(t)en. Schon gar nicht ihrem Zweifeln über die erlebten Irritationen und ungeklärten Fragen zu haben. Vielmehr ist es unsere Aufgabe, den Menschen, die zweifeln vorbehaltlos beizustehen. Die offenen Fragen auszuhalten und nicht vorschnell in der Versuchung stehen, eine scheinbar gute Antwort geben zu müssen. Sich erbarmen beinhaltet deshalb der Versuch, mein Gegenüber in seiner Situation und Fragen zu erleben und vorbehaltslos für sie oder ihn da zu sein. Mit offenen Ohren und einem mitfühlenden Herzen. Dadurch soll etwas von Gottes Nähe in dieser Situation spür- und erlebbar werden. Dies kann einen Beitrag auf dem Wege leisten, vom Zweifeln ins Stauen zu kommen.
Dreieiniger Gott
Danke, dass du in unserem Zweifeln nahe sein möchtest.
Hilf uns, sowohl mit unserem Nächsten wie auch uns selbst barmherzig sein.
Roman Bamert, Sozialdiakon
