Da rief der HERR den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte. (1.Samuel 3,8)
Wenn in der Bibel Gott zu einem oder mehreren Menschen redet, sei es direkt, sei es durch einen Engel oder im Traum, dann tönt es so, als ob es völlig klar wäre, wer da redet. Diese Episode mit dem Missverständnis ist geradezu eine Ausnahme. Aber auch hier ist anschliessend ohne Zweifel klar, dass es Gott ist, der ruft.
Wie ist das in unserem Leben? Geht es uns in unserer eher kopfbetonten Tradition wie Samuel, der vor diesem Ruf gar nicht auf die Idee kommt, dass Gott ihn direkt ansprechen könnte? Und wenn wir den Eindruck haben, dass Gott uns zum Handeln aufruft, wie wissen wir dann, dass es wirklich Gott ist? Es könnten sich hinter dieser Überzeugung ja auch andere, oft unbewusste, Motive verstecken.
Ewiger Gott,
danke, dass Du alles geschaffen hast und dich uns zuwendest.
Danke für Dein Wort, das uns Orientierung gibst.
Schenke uns die Demut und Weisheit, deinen Willen von unserem eigenen zu unterscheiden.
Amen
Brigitta Josef, Pfrn.
