Lasst uns also voller Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten. So können wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade Finden. Und so werden wir zur rechten Zeit Hilfe bekommen. (Hebräerbrief 4,16)
Es gehört zur Vorstellungswelt der Bibel, dass Gott auf einem Thron sitzt. So, wie das für Königinnen und Kaiser damals üblich war. Für uns Heutigen können solche Bilder, die sich Gott quasi in Menschengestalt vorstellen, befremdlich sein. Das Bild vom König liegt uns Schweizerinnen und Schweizer, die wir tief von einem demokratischen Staatsverständnis geprägt sind, noch etwas schwerer auf dem Magen.
Da ist Übersetzungsarbeit gefragt. Das Bild vom Thron will unter anderem sagen, dass Gott nicht einfach Mensch ist, wie Sie und ich. Gott hat etwas Ehrwürdiges an sich, ist für uns nicht einfach greifbar oder sogar manipulierbar. Der Thron schafft eine Distanz. Er schafft einen Unterschied zwischen «Himmel» und «Erde».
Gleichzeitig redet dieser Vers aber davon, dass Gott gnädig und barmherzig ist. Dies Eigenschaften zeigen Zuwendung und Nähe. Wir sollen Hilfe bekommen Dies ist eine Art Gegenstück zum Thron. Mein Glaube lebt von der Balance zwischen Nähe und Distanz zwischen Gott und Mensch. Gott ist uns Menschen einerseits ganz nah und andererseits doch weit weg.
Ewiger Gott
Du bist ganz anders und trotzdem da.
Du bist um uns und trotzdem weg.
Begegne uns mit deiner Liebe.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
