[Jesus betet:] Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.» (Johannes 17,20.21)
Im Januar war ich in Einsiedeln zu einer ökumenischen Vesper eingeladen. Das Kloster hat klösterliche und klosterähnliche Gemeinschaften eingeladen um anlässlich der ökumenischen Gebetswoche für die Einheit der Christinnen und Christen miteinander zu beten.
Es war der reinste Stilmix. Da kam nach einem gregorianisch gesungenen Psalm ein koptischer Psalm in altägyptisch und deutsch und anschliessend ein freikirchlich geprägtes Worship-Lied. Und kurz darauf ertönte ein lateinisches Magnificat. Für liturgisch-stilistische oder auch konfessionelle Puristen war es wohl ein Graus.
Für alle anderen aber war es eine tiefe Erfahrung. Wir beten zusammen über alle konfessionellen Gräben hinweg. Wir werden, wenigstens in dieser Stunde zu einer Gemeinschaft. Wir besinnen uns darauf, dass wir alle zum selben Gott beten und tun dies gemeinsam. Und wir diskutieren nicht lange um theologische Spitzfindigkeiten sondern versammeln uns gemeinsam vor dem einen Gott.
Ewiger Gott
Schenke du deiner Kirche
Einheit und Frieden.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
