Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. (Matthäus 3, 13)
Das ist der Anfang einer kurzen Geschichte. Je länger ich über sie nachdenke, desto mehr verwundert sie mich. Da geht es mir ähnlich wie Johannes, der fragt: «Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?» (V. 14)
Johannes der Täufer ist in der Bibel durchaus eine Respektperson. Und so überrascht es mich noch mehr, dass sich Jesus durch seine Taufe ganz zu uns Menschen stellt. In der Szene hier unter die Menschen, die sich als Zeichen ihrer Umkehr taufen lassen. Und auch unter die Millionen von Menschen, die seither als Christinnen und Christen getauft wurden.
Braucht Jesus das? Johannes tauft zur Vergebung der Sünden. Heisst das, das Jesus, der Sohn Gottes, von seinen Sünden umkehren musste? Oder geht es um die Beziehung zu Gott, die in der Taufe gefeiert wird? Darauf deutet der Vers 17 hin: «Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.»
Mit dem Geist Gottes, der als Taube herabkommt, wird deutlich, dass das nicht genau so gemeint ist, wie wir von allen Menschen (oder ChristInnen) als Kinder Gottes sprechen. Aber was heisst es dann? Ist Jesus von ewig her Gottes Sohn, oder wird er hier gewissermassen adoptiert?
Und was bedeutet es mir, dass ich getauft bin?
Ewiger Gott,
manches wird umso geheimnisvoller, umso mehr man darüber nachdenkt.
Lass uns nicht in Spitzfindigkeiten versinken, sondern immer wieder freudig staunen.
Nimm uns als Deine Kinder an und begleite uns in allen Herausforderungen und allem Schönen.
Amen
Brigitta Josef
