Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. (Markus 10,15)
Wie viele der überlieferten Sprüche von Jesus zur Welt Gottes, so ist auch dieser ziemlich harsch: So ist es und nicht anders.
Dieser Spruch ist gerade für den Kolumnenschreiber nicht eben angenehm. Denn Kinder führen keine gelehrten Reden und drechseln keine hochfliegenden Gedanken. Der Spruch meint wohl, dass man nur mit kindlichem Vertrauen und kindlicher Freude in die Welt Gottes eintreten kann. Ohne Berechnung, ohne schlaue Taktik, ohne politische Ränkespiele ohne endlose gelehrte Debatten.
Das haben wir ernst zu nehmen. Aber gleichzeitig bin ich auch überzeugt, dass Gott uns Erwachsenen als Erwachsene ernst nimmt, die nun mal nachdenken, reflektieren und für die Zukunft vorsorgen. Wir müssen nicht unserem Erwachsensein abschwören, um Gottes Nähe zu erleben. Aber wir müssen den Mut haben, immer wieder mal über dieses Erwachsensein hinauszugehen: Dahin, wo wir wieder kindlich vertrauen, weil wir glauben, dass es Gott gut mit uns meint.
Ewiger Gott
Du bist die Grundlage meines Seins.
Hilf mir zu vertrauen.
Grenzenlos.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
