Aber der HERR erwiderte mir: Sag nicht: «Ich bin noch so jung.» Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden. (Jeremia 1, 7)
Der Jahresbeginn am 1. Januar ist eine Abmachung, um gewissermassen Ordnung in den Lauf der Zeit zu bringen. Wann sind wir eigentlich nach … gekommen? Vor wie viel Jahren waren denn die tollen Ferien in Australien? Die einen wissen solche Jahreszahlen auswendig, andere rechnen nach und staunen dann, wie viel Zeit doch schon vergangen ist. Und trotz seiner Zufälligkeit ist der Jahreswechsel ein Moment zum Zurück- und vor allem zum Vorwärtsschauen.
Auch der Vers, den ich gewählt habe, steht am Beginn eines neuen Abschnitts. Es ist kein zufälliger Abschnitt im Leben des Jeremia, sondern der Beginn seines Auftretens im Namen von Gott. Vor diesem Auftrag fühlt Jeremia sich jung und unerfahren. Ist das nicht eine Nummer zu gross für ihn?
Ein neues Jahr bedeutet nicht unbedingt neue Herausforderungen. Oft ist es ja eher das Problem, dass sich schon im noch jungen Jahr abzeichnet, dass uns die gleichen Fragen wie im alten beschäftigen werden. Und auch im neuen Jahr ist unser Auftrag, das zu tun, was Gott uns aufträgt. Es ist nicht immer so leicht zu erkennen wie in diesem Gespräch zwischen Gott und Jeremia. Das ist ja auch erst im Nachhinein aufgeschrieben worden.
Aber auch uns gilt die Ermutigung im nächsten Vers: «Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir um dich zu retten – Spruch des HERRN.» (Jeremia 1, 8)
Ewiger Gott,
Du stehst über dem Wechsel der Zeiten und Jahre.
Wir leben darin. Hilf uns zu erkennen, wie wir handeln sollen.
Und stärke uns dabei durch Deinen Zuspruch und Deine Liebe.
Amen
Brigitta Josef, Pfarrerin
