So spricht der HERR Zebaoth: Haltet gerechtes Gericht, jeder zeige seinem Bruder gegenüber Güte und Erbarmen; unterdrückt nicht die Witwen und Waisen, die Fremden und Armen, und plant in eurem Herzen nichts Böses gegeneinander! (Sacharja 7, 9-10)
Solche Ermahnungen an das Volk Gottes gibt es in der Bibel öfters. Wenn man genauer hinsieht, so werden hier verschiedene Sphären des menschlichen Lebens angesprochen.
Das Gericht betrifft das organisierte Zusammenleben, modern könnte man sagen, den Staat.
Das Verhalten gegenüber dem Bruder (und auch der Schwester) betrifft das direkte Miteinander, auch wenn Bruder oder Schwester in einem weiteren Sinn als der engsten Verwandtschaft gebraucht wird. Es geht um die Menschen, die man als nahe empfindet.
Die Witwen, Waisen, Fremden und Armen sind fast sprichwörtlich geworden. Ihre Stellung in der Gemeinschaft war nicht gesichert, sie standen am Rand, zum Teil auch heute noch. Bei uns ist der Staat für eine soziale Mindestsicherung zuständig. Das gab es damals nicht. Insofern steht hier der Appell an alle, diese Menschen wenigstens nicht noch weiter herunterzudrücken oder auszubeuten.
Bei der letzten Mahnung geht es ums Innere, ums je eigene Herz. Es zählt nicht nur, wie Institutionen funktionieren oder wie man sich gegenüber nahen und weniger nahen Mitmenschen verhält. Auch unser Inneres, unser Denken und Wollen, unser Herz sind wichtig.
Und vielleicht ist ohne die richtige Einstellung nichts von den äusseren Anforderungen erfüllbar.
Ewiger Gott,
es ist wichtig, wie Ämter und Gerichte arbeiten.
Es ist wichtig, wie wir uns gegenüber anderen verhalten.
Es ist wichtig, was wir in unseren Herzen planen, denn Pläne können wirklich werden.
Steh Du uns bei, dass wir füreinander gute Gedanken hegen.
Amen
Brigitta Josef, Pfarrerin
