Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heissen. (Matthäus 5,9)
Wir können Friedenstifter gut gebrauchen in unserer zerstrittenen Welt. Friede in den verschiedenen Kriegsgebieten. Friede zwischen den politischen Polen. Friede zwischen gesellschaftlichen Strömungen. Friede zwischen den Religionen und zwischen theologischen Parteien.
In der aramäischen Sprache, in der Jesus diesen Ausspruch wohl getan hat, ist «Shalom» nicht in erster Linie ein militärischer Begriff. Das Wort bedeutet viel allgemeiner, dass es den Menschen ganz umfassend gut geht und es ihnen an nichts fehlt. Friede ist nicht einfach die Umkehrung der Verhältnisse, so nach dem Motto: Jetzt sollen die Unterdrückten auch mal oben sein. Shalom ist erst recht viel mehr als ein notdürftig gezimmerter Waffenstillstand, sondern bedeutet Verständigung und das Fehlen jeglicher Misstöne.
Das ist eine himmlische Vorstellung. In der Bibel ist auch immer wieder klar, dass nur Gott wirkliche Frieden bringen kann. So lange wir auf Erden leben, müssen wir da wohl kleinere Brötchen backen. Aber das heisst nicht, dass wir die Hände in den Schoss legen sollen. Der Einsatz für Frieden, Verständigung und das Wohlergehen aller ist ganz im Sinne Gottes, auch wenn wir dabei immer wieder scheitern werden.
Den Friedensstiftern verspricht Jesus keinen Ruhm und auch keinen hoch dotierten Nobelpreis, sondern schlicht: Sie werden Gottes Kinder heissen. Das muss genügen. Aber vielleicht gibt es ja auch gar nichts grösseres.
Ewiger Gott
Schenke du deiner Welt Frieden.
Hilft uns, nach unseren Kräften daran mitzuhelfen.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
