Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der HERR gibt es den Seinen im Schlaf. (Psalm 127, 2)
Aus diesem Vers ist ein geflügeltes Wort geworden, das manchmal mit einem humoristischen Unterton zitiert wird, wenn man sich entscheidet, eine Pause zu machen. Und es ist verlockend sich vorzustellen, wie es wäre, wenn sich alles im Schlaf von selbst erledigen würde. Es hat etwas vom Schlaraffenland.
Wahr ist, dass vieles nicht in unserer Hand liegt. Auch bei den Sachen, wo wir uns anstrengen und uns Mühe geben, das sie gelingen. Wir reden dann von günstigen oder ungünstigen Umständen. Wie weit man diese Umstände Gott zuschreiben will, muss jede und jeder selber entscheiden.
Wenn man den ersten Vers des Psalms hinzunimmt, kommt eine weitere Nuance ins Spiel. «Wenn nicht der HERR das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut. Wenn nicht der HERR die Stadt bewacht, wacht der Wächter umsonst.», heisst es da (Psalm 127,1). Es wird nicht ausdrücklich gesagt, aber wenn Gott die Stadt baut, dann wird er sie so bauen, dass sie seinem Plan entspricht. Die Orientierung an Gottes Plan oder Willen ist also ein wichtiges Element, damit die Dinge gelingen.
Guter Gott,
oft strengen wir uns an und sehen keinen Erfolg.
Manchmal gelingt einfach alles, und wir wissen nicht, wieso.
Stärke uns, dass wir uns in Gelingen und Misslingen an Deinem Willen, an Deiner Liebe, orientieren.
Amen
Brigitta Josef, Pfarrerin
