Um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Macht euch nicht zu Sklaven von Menschen! Korintherbrief 7,23
In der Welt des Apostels Paulus, der diesen Vers verfasste, waren Sklaven etwas Alltägliches. Und schon bald stellte sich die Frage, wie Christinnen und Christen mit diesem Umstand umgehen sollten. Für uns heutigen eher befremdlich rät Paulus christlichen Sklaven zwar, eine angebotene Freiheit anzunehmen, rät ihnen aber davon ab, sich um ihre Freiheit zu bemühen.
Den Grund dafür sehen wir in diesem Vers. Die Lebens-Prioritäten haben sich für Paulus völlig verändert. Was ihn allein interessiert, ist, dass Gott ihn freigekauft hat, sprich: ihm ein neues, ganz anderes Leben als vorher ermöglicht. Vor diesem Hintergrund sind für ihn all unsere menschlichen Beziehungen und Verhältnisse zweitrangig. Diese Erkenntnis befreit ihn davor, sich Menschen anzudienen oder gar zu unterwerfen, nur um sich bei ihnen gut darzustellen. Er will nicht mehr nach deren Spielregeln spielen – wirklich wichtig ist ja Gott.
Trotzdem bin ich ziemlich sicher, dass ich lieber frei wäre als ein Sklave.
Ewiger Gott
Du kannst uns aus Abhängigkeiten und Zwängen befreien.
Hilf uns, auf dich und deine Güte zu schauen.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
