Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersass, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel. Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein. (Markus 12, 41-42)
Was viel Geld ist und was wenig, ist weniger eindeutig als man meinen könnte. Es kommt auch darauf an, womit man den Betrag vergleicht: mit dem, wozu das Geld verwendet wird oder mit dem Betrag, der zur Verfügung steht.
Für jemanden, der oder die viel Geld hat, ist es möglich, viel zu geben. Und – auch wenn das hier kein Thema ist – solche Menschen ermöglichen auch viel, das (wenigstens teilweise) auch Menschen zugutekommt, die kaum etwas geben können. Aber diese grossen Beträge sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier aus dem Überfluss gegeben wird, dass sie den Geber / die Geberin nicht schmerzen.
Bei der Witwe ist das anders. Ihr wird das Geld fehlen. Sie gibt viel, weil es ihr ein Anliegen ist, dass Gott würdig verehrt werden kann. Dazu möchte sie beitragen.
Es kommt darauf an, was einem wichtig ist, wo man seine Prioritäten setzt. Und das nicht nur beim Geld, sondern auch bei dem, wofür man seine Zeit verwendet.
Ewiger Gott,
wir Menschen leben in dieser Welt, mit einem Körper und seinen Bedürfnissen,
mit Geld, dass das Tauschen vereinfacht, das aber auch viel Einfluss hat – auf alles.
Hilf uns, dass wir uns nicht in den materiellen Bedürfnissen und Fragen verlieren,
sondern unsere Prioritäten richtig setzen. Amen
Brigitta Josef, Pfarrerin
