Euer Ja sei ein Ja, und euer Nein ein Nein. Jedes weitere Wort ist von Übel. (Matthäus 5,37)
Im Umfeld dieses Verses spricht sich Jesus gegen das Schwören aus, vor allem, dass man seinen Schwur unter Anrufung irgendwelcher höherer Mächte tut. Der weitherum getätigte Schwur auf die Bibel ist also definitiv nicht im Sinne Jesu. Implizit beschwört er das Gericht Gottes auf denjenigen herab, der seinen Schwur bricht.
Euer Ja sei ein Ja. Punkt, Amen. Schluss. Mehr braucht es nicht. Eine klare, deutliche und verlässliche Rede. Alles andere ist unnötiges Drama, im schlimmsten Fall gar eine gezielte Verschleierung anderweitiger Absichten.
Ganz einfach ist dies allerdings nicht immer, vor allem wenn man sich vom engen Kontext des Schwörens löst. Ich sage selber auch gerne «vielleicht» oder schwäche meine Worte mit schönen Formulierungen und Differenzierungen ab. Differenzierung und Diplomatie sind schön. Doch allzu viel ist ungesund, auch da. Eine gewisse Klarheit hilft gerade auch anderen Menschen, zu verstehen was ich meine. Sie hilft ihnen auch, mich ernst zu nehmen, weil sie wissen, wofür ich stehe.
Ewiger Gott
Du bist Wahrheit und Klarheit.
Hilf mir, klar zu sein und für die Wahrheit einzustehen.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
