Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besass, und kaufte den Acker. (Matthäus 13,44)
Der Vers ist mir zufällig wieder begegnet. Er erzählt eine kurze, aber vollständige Geschichte. Spontan fragte ich mich, ob wir (wer auch immer «wir» ist) noch so wagemutig sind, wie der Mann, der alles auf eine Karte setzt. Er verkauft alles, im Vertrauen, dass der Schatz noch da ist, wenn er den Acker besitzt. Auf der erzählten Ebene könnte ja jemand anderer den Schatz gefunden und in Besitz genommen haben oder der Besitzer des Ackers könnte den Verkauf ablehnen. Was wäre dann? Bekäme er dann auch einen angemessenen Ersatz für das Verkaufte? Oder hätte er dann Geld, aber weder Haus, Werkzeuge noch einen gewöhnlichen Acker?
Auf der gemeinten Ebene besteht diese Gefahr nicht. An einer anderen Stelle im Matthäusevangelium (19,21) geht es auch darum, alles zu verkaufen und dadurch einen Schatz zu gewinnen, nämlich einen Schatz im Himmel. Und bei diesem Schatz gilt nicht «de Gschwinder isch de Schneller». Es ist genug da für alle. Aber haben wir den Mut, darauf zu vertrauen, dass es diesen Schatz wirklich gibt?
Ewiger Gott,
wir hängen an dem, was wir haben, und machen uns Sorgen um das, was wir nötig haben.
Wir sind hin- und hergerissen zwischen Deiner Verheissung und den alltäglichen Zwängen.
Hilf uns, freier zu werden von unseren Sorgen und Ängsten.
Amen
Brigitta Josef, Pfarrerin
