Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst. (Matthäus 26, 26)
Sicher haben Sie gemerkt, woher dieser Vers stammt: aus dem letzten Mahl, das Jesus mit seinen Freunden gegessen hat, dem Abendmahl. Den Schluss «dies ist mein Leib» habe ich für einmal weggelassen.
In der Region, aus der meine Mutter stammt, ist das Brot ähnlich wie das Walliser Roggenbrot. Als Kind war es ihr unverständlich, wie jemand auf die Idee kommen konnte, Brot zu brechen statt ein paar Scheiben abzuschneiden. Auch Wein ist nichts Alltägliches und auch nichts, was traditionell zu einem Festessen gehört. Für Reben ist es dort einfach zu kalt. Und das Verhältnis zu alkoholischen Getränken ist grundsätzlich ziemlich schwierig.
Als Erwachsene fand sie darum einmal zu mir, eigentlich würden in Finnland Kaffee und Hefezopf besser passen, um Gemeinschaft auszudrücken. Filterkaffee ist in Finnland gewissermassen ein Grundnahrungsmittel und leicht süsser Zopf oder Zopfbrötchen sind eine gängige Ergänzung: wenn man bei der Nachbarin vorbeischaut, wenn man unterwegs eine kleine Stärkung braucht, wenigstens der Kaffee auch in jeder Arbeitspause und nach dem Mittagessen und und und.
Welches Getränk oder Nahrungsmittel ausser Brot und Wein würde für Sie gut ausdrücken, was das Abendmahl bedeutet?
Gott, Schöpfer der Erde,
wir sind nicht nur Geist, sondern auch Leib und Sinne.
Schenke uns Phantasie, wie wir Deine Zuwendung immer neu ausdrücken können.
Amen
Brigitta Josef, Pfarrerin
