Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. Da vernahm er eine Stimme. (1. Könige 19, 12-14a)
Neulich war ich im Altersheim Solino in Boswil, um Besuche zu machen. Seit einiger Zeit wird dort umgebaut. Die Küche, der Speisesaal und manches andere hat eine Auffrischung nötig. Und damit das Neue entstehen kann, muss auch Altes weichen. Das geschieht nicht zuletzt mit dem Presslufthammer (oder mit einem Gerät, das für mich als Laie so tönt). Nach einer guten Stunde war ich froh, wieder gehen zu können, und bedauerte die Bewohner und Bewohnerinnen, aber auch die Angestellten, die diesen Lärm schon seit Wochen aushalten müssen.
Nach diesem Erlebnis wirkt diese Bibelstelle, wo Gott sich im Säuseln zeigt, nochmals viel eindrücklicher als an einem ruhigen Tag.
Ewiger Gott,
manchmal können wir Dich im Beeindruckenden erahnen, in Blitz und Donner oder den Bergen,
manchmal erkennen wir dich gerade in dem, was fein, still und unbedeutend wirkt.
Öffne Du uns die Augen und Ohren dafür, wie Du uns jetzt begegnen willst.
Brigitta Josef, Pfarrerin
