Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, … er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. (Lukas 1, 46+52)
Wenn ich diese Stelle aus dem Magnifikat, dem Lobgesang der Maria, höre oder lese, denke ich meistens an Mächtige im politischen oder wirtschaftlichen Sinn. Aber neulich ist mir aufgefallen, dass wir Menschen dazu tendieren, andere gewissermassen auf einen Thron zu setzen. Das kann im politischen Bereich geschehen, aber auch in ganz anderen. Plötzlich zählt das, was eine bestimmte Person sagt mehr als das, was andere sagen. Und gar nicht selten nehmen wir es auch wichtiger als das, was wir eigentlich denken oder bisher gedacht haben.
Es spricht nichts dagegen, dazuzulernen und seine Meinung zu ändern. Aber dennoch soll man das, was Autoritäten sagen, gerade Autoritäten, die man selber «auf einen Thron» setzt, nicht unüberlegt übernehmen. Vielleicht sollten wir sogar den einen oder die andere dieser «Mächtigen» wieder vom Thron stürzen.
Ewiger Gott,
in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft haben immer einige Menschen mehr Macht als andere.
Lass und aufmerksam sein, gerade wenn wir selbst anderen Macht über uns und unser Denken geben.
Lass uns aber auch offen sein, einander wirklich zuzuhören und voneinander zu lernen. Amen
