Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler tun, um von den Leuten gelobt zu werden! (Matthäus 6,2)
In meiner – schon länger zurückliegenden – Ausbildung in Unternehmenskommunikation habe ich gelernt: «Tue Gutes und sprich darüber!» Das ist ja nicht einfach falsch. Auch für die Kirche nicht. Aber neben diesem Grundsatz lauert ein Abgrund. Neben ihm steht auf einem Schild: «Tue Gutes, damit du darüber sprechen kannst». Und da wären wir dann bei der bissigen Kritik von Jesus im obigen Vers.
Die Kirchen in der Schweiz und in Westeuropa müssen aufpassen, dass sie angesichts schwindender Mitglieder und Finanzen ihr Handeln nicht an dem ausrichten, was – scheinbar – bei den Leuten am besten ankommt, sondern darauf, was ihre Aufgabe ist: Den Menschen Begegnungen mit Gott ermöglichen und da, wo sie auf menschliche Not treffen, unaufgeregt helfen (Auch das kann eine Begegnung mit Gott ermöglichen). Nicht das, was am meisten Applaus hervorruft (oder am meisten Ressourcen bringt), ist das Gute, sondern das, was in Gottes Namen getan werden muss.
Das gilt übrigens nicht nur für die Kirchen sondern auch für jeden einzelne Christenmenschen, an Einzelpersonen war der Satz auch ursprünglich gerichtet.
Ewiger Gott
Hilf mir
das Gute zu sehen, was getan werden muss,
und es zu tun.
Amen.
