Frau, dein Glaube ist gross! Dir geschehe, wie du willst. (Mathäus 15,28)
Da bedrängt eine Frau Jesus so lange, ihre Tochter zu heilen, bis er es tut. Dazu sagt er obigen Satz. Dieser Satz ist eine Herausforderung. Er macht einerseits klar: Glaube ist nicht nur eine nette Philosophie oder ein gutbürgerliches Allgemeingut. Glaube kann Berge versetzen und Tote auferwecken, im wortwörtlichen Sinne. Dies ist übrigens nicht nur eine Erfahrung längst vergangener Tage. Es geschieht auch in der Gegenwart. Rechne ich mit dieser Kraft?
Aber gleichzeitig macht der Satz auch schmerzhaft klar, dass – trotz diesem Zuspruch von Jesus – nicht jeder, der glaubt, geheilt wird. Auch der Frömmste muss sterben. Christlicher Glaube steht zwischen Macht und Ohnmacht. Zwischen Himmel und Erde. Mehr ist in diesem Leben nicht möglich. Aber das ist schon nicht wenig.
Ewiger Gott
Du bist die Kraft, die alles überwindet.
Hilf mir, auf deine Kraft zu hoffen.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
