Die Eselin sah den Engel des HERRN auf dem Weg stehen, … und sie verliess den Weg und wich ins Feld aus. Da schlug sie Bileam, um sie auf den Weg zurückzubringen. (4. Mose 22, 23)
Mir scheint es, diese wenigen Sätze enthalten den Kern der Geschichte, die von Bileam und seiner Eselin erzählt wird. Sie hat viel von einem Märchen, nicht zuletzt, dass die Eselin gegen Schluss in menschlichen Worten redet. Und wie viele Märchen, enthält sie einiges, was es wert ist darüber nachzudenken.
Der Mensch Bileam ist blind für den Engel, für die göttliche Dimension. Aber die Eselin ist dafür empfänglich. Man könnte sagen, hier ist Bileam der Esel.
Die meisten von uns haben höchst selten mit vierbeinigen Eseln zu tun. Aber geht es uns nicht auch mit Menschen so wie Bileam mit seiner Eselin? Dass wir völlig falsch einschätzen, wieso sie sich auf eine bestimmte Art verhalten? Oder dass wir sie in den verschiedensten Bereichen völlig unterschätzen?
Grosser Gott,
schenke Du uns offene Augen.
Lass uns dabei nicht nur sehen, wenn Du einen Engel als Boten sendest,
sondern auch, was uns unsere Mitmenschen und andere Mitgeschöpfe mitteilen.
Amen
