Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist zuträglich. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. (Korintherbrief 10,23)
Es wäre wohl nicht schlecht gewesen, wenn jeder Theologe in der Vergangenheit (Theologinnen gibt es ja noch nicht so lange), vor allem auch jeder Pfarrer und jeder Bischof, sich diesen Bibelvers hätte über sein Pult hängen müssen. Alles ist erlaubt, schreibt der Apostel Paulus, und dies in einer Angelegenheit, die in seiner Zeit unter Christinnen und Christen hochumstritten war und für viele rote Köpfe sorgte.
Natürlich folgt der Nachsatz: Aber nicht alles ist zuträglich. Aber dieser Nachsatz nimmt mich als erwachsenen Menschen mit Verstand ernst. Ich kann, darf und soll darüber nachdenken, ob ein konkretes Verhalten für mich und andere Menschen zuträglich ist oder nicht. Das ist einerseits eine Erleichterung: es kann mir niemand im Raum des Christentums Vorschriften machen mit dem Argument: Das ist nicht erlaubt. Es ist aber auch eine Aufgabe. Ich muss nachdenken und mich entscheiden, ob ein bestimmtes Verhalten für mich und meine Mitmenschen gut ist oder nicht. Aber dies ist meine Ansicht und kein Gesetz.
Ewiger Gott
Du willst das Beste für diese Welt,
für mich.
Hilf mir, daran mitzuwirken.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer.
