In diesen Tagen aber, als die Jünger immer zahlreicher wurden, kam es dazu, dass die Hellenisten unter ihnen gegen die Hebräer aufbegehrten, weil ihre Witwen bei der täglichen Verteilung benachteiligt wurden. (Apostelgeschichte 6,1)
An manchen Stellen zeichnet die Apostelgeschichte wohl ein etwas sehr positives Bild der ersten christlichen Gemeinde. Aber immer wieder sieht man auch, dass es Konflikte gab und wie sie gelöst wurden, hier durch ein Gespräch und Delegieren.
Der Hintergrund dieser Stelle ist, dass Witwen oft in einer sehr schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Situation waren. Darum wurden sie auch innerhalb der christlichen Gemeinde unterstützt. Es gab aber auch andere Unterscheidungen innerhalb der Gemeinde, nicht zuletzt diejenige nach der Herkunft. Und hier bricht der Konflikt auf.
Die zwölf Apostel berufen eine Versammlung ein. Selbst möchten sie weiterhin ihren Schwerpunkt auf die Verkündigung des Wortes Gottes und das Gebet legen. Aber eine gerechte Versorgung alle Witwen ist ihnen wichtig. Und so werden sieben Männer mit Handauflegen beauftragt, sich darum zu kümmern.
Es hängt also nicht alles von einem oder einer ab, nicht einmal bei den Aposteln, vielleicht sind sogar andere Menschen für eine bestimmte Aufgabe besser geeignet sind. Lassen wir uns davon entlasten, alles selber machen zu müssen.
Grosser Gott,
vieles klingt in dieser kurzen Geschichte an. Es geht um Gerechtigkeit, darum, einen Konflikt zu lösen, und darum, dass nicht die gleichen alles machen müssen.
Lass uns die Kritik anderer ernst nehmen und das Gespräch suchen. Und bewahre uns davor, alles selbst machen zu müssen.
Brigitta Josef, Pfarrerin
