In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. (Johannes 16,33)
Angst haben ist unangenehm, äusserst unangenehm. Es wird einem eng im Brustkorb, man fühlt sich bedrängt, von wem oder was auch immer. Mein Lebensraum und mein Aktionsradius werden eingeengt. Ich kann mich nicht mehr so verhalten, wie ich eigentlich gerne möchte. Nicht jede Angst ist – neutral betrachtet – der bestehenden Bedrohung wirklich angemessen. Aber dies ändert für die Betroffenen gar nichts. Die Angst ist da, macht sich breit, erdrückt.
Der Satz oben befindet sich in der grossen Abschiedsrede von Jesus, die so nur beim Evangelisten Johannes steht. Die Kreuzigung steht unmittelbar bevor. Die Rede ist – wenn man so will – schon fast aus dem Himmel gesprochen. Jesus verspricht hier nicht die heile Welt, in der nichts mehr Angst macht. Er verspricht nicht mal, dass all unsere Ängste verschwinden. Jesus verspricht etwas anderes: All das, was und im Alltag Angst macht, hat nicht das letzte Wort. Das letzte Wort hat Gott; das letzte Wort hat der Himmel.
Vielleicht hilft das ja dem einen oder der anderen die Fesseln der Angst zu sprengen im Vertrauen auf Gott.
Ewiger Gott
Sprenge du die Ängste,
die mich umklammern.
Schenke du mir weiten Raum.
Amen.
