Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. (Lukas 19,10)
Jesus redete mit diesem Satz von sich selber. Er sagte ihn, nachdem er dafür kritisiert worden war, dass er beim Zöllner Zachäus zu Gast war.
Heutige Gemüter stört hier wohl vor allem das Wort ‘verloren’. Wir sind doch nicht verloren! Wir wollen doch nicht verloren sein! Das passt heute nicht zum Menschenbild von vielen. Noch etwas Zweites passt nicht zum heutigen Menschenbild (und auch nicht zum Gottesbild): Die Hilfe kommt hier von aussen, von Gott bzw. seinem Gesandten Jesus, und nicht von den Menschen, die sich darum bemühen alles richtig zu machen.
Dieser Vers stellt Teile unserer gängigen Ansichten in Frage. Er ruft uns in Erinnerung, dass die Bibel davon ausgeht, dass der Mensch nicht einfach gut ist, sondern Erlösung braucht. Und er ruft uns auch in Erinnerung, dass der Mensch diese Erlösung nicht selber bewerkstelligen kann, sondern dass er nur von seinem Gegenüber Gott erlöst werden kann. Wir können uns nicht selber erlösen – wir müssen es auch nicht tun. Welche Erleichterung!
Ewiger Gott
Du nimmst uns an – auch mit unseren Schwächen.
Du erlöst uns von unserem Ungenügen und unserer Überforderung.
Dafür danken wir dir.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
