Du bist ein Gott, der mich sieht! (Genesis 16,13)
Die Jahreslosung für das vor kurzem begonnenen Jahr stammt aus dem Dialog zwischen Hagar, der ägyptischen Magd von Sara und Abraham und einem Boten Gottes. Nachdem sie den beiden zum gewünschten Sohn verholfen hatte, herrschte Feuer unter dem Dach, so dass Hagar keinen anderen Ausweg mehr sah, als zu fliehen. Sie, die nach Israel versklavt wurde. Sie, die als Fremde nicht viel zu sagen hatte. Hagar, die Übersehene.
In ihrer Flucht schickt Gott einen Boten zu Hagar, der sie in ihrer Einsamkeit und Not aufsucht und lässt ihr ausrichten, dass Gott sich um sie kümmern wird, dass sie sich nicht aufgeben und ihr ganz persönliches Leben annehmen soll. Und der Bote ermutigt sie, wieder zu Sara und Abraham zurückzukehren. Hagaras Erkenntnis aus dieser einmaligen Begegnung: «Du bist ein Gott, der mich sieht.»
Der liebende Blick Gottes fällt nicht nur auf die, welche rundum geschätzt werden. Der himmlische Vater liebt und sieht ebenso diejenigen, die sich durch ihren trostlosen und frustrierenden Alltag schlagen. Die, welche vielleicht gar nicht spüren oder es für möglich halten, weil sich ja sonst niemand für sie zu interessieren scheint. Egal, wer sich für uns interessiert – der dreieinige Gott tut es!
Dreieiniger Gott
Danke für den Zuspruch, dass Du uns im Blick hast und dadurch eine einmalige Würde verleihst.
Hilf uns, unseren Nächsten mit den Augen zu sehen, wie du uns siehst. Als deine geliebten und würdevollen Geschöpfe.
Roman Bamert, Sozialdiakon
