Gott aber ist es, der uns immer wieder neuen Mut und Trost schenkt, um standhaft zu bleiben. Er helfe euch, einmütig zu sein, so wie es euch Jesus Christus gezeigt hat. Dann könnt ihr alle wie aus einem Mund Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, loben und preisen. Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat. Auf diese Weise wird Gott geehrt. (Römer 15,5-7)
«Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat. Auf diese Weise wird Gott geehrt»: Wenn wir die Geschichten von Jesus in der Bibel lesen, wird schnell klar, dass Jesus jeden erst einmal liebte und sich nicht von den anderen Meinungen beeinflussen liess. Ihm war es egal woher man kommt, was man hat, wer man ist. Er gab jedem Menschen eine Chance, vor allem denen, die komplett von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Einfach jedem.
Und wir? Heute schaffen viele von uns es nicht einmal, sich selbst anzunehmen. Wir vergleichen uns mit anderen, merken, was wir nicht können, wo wir schlechter sind, wo wir weniger haben. Und so zieht sich das unser ganzes Leben lang durch. «Gott aber ist es, der uns immer wieder neuen Mut und Trost schenkt, um standhaft zu bleiben». Dieser Satz hört sich sehr simpel an. Doch es liegt an uns, diesen neu geschenkten Mut und Trost auch anzunehmen. Paulus hat im Römer 12,2 etwas sehr Schönes aufgeschrieben: „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ Er schreibt sozusagen erst eine Anleitung, wie etwas gemacht wird und gibt danach die Aufgabe. Die Ideale und Vorstellungen heute sind ganz andere als die, die es zur Zeiten Jesu waren, doch das Prinzip ist kein anderes. Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat. Ich muss mich nicht mit anderen vergleichen oder mich einer Wertetabelle unterordnen. Gott hat mich so gemacht wie ich bin, also bin ich gut. Denn ebenfalls in Römer 12,6 schreibt er, «wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist.» Diese Gaben, Geschenke, die wir durch die Gnade, durch die Freundlichkeit Gottes bekommen haben. Jeder von uns hat andere Fähigkeiten, die wir an uns selbst lieben oder die andere schätzen. Oft schätzen andere sie an uns, bevor wir es selbst überhaupt sehen. Und somit wären wir auch wieder bei: «nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat.» Jeder Mensch ist anders, aber jeder Mensch hat dasselbe recht. Und zwar von anderen akzeptiert, respektiert und geliebt zu werden.
Wir bitten dich, schenke uns den Mut und Trost, standhaft zu bleiben. Wir bitten dich, gib du uns die Kraft, uns selbst anzunehmen und zu akzeptieren wie wir sind.
Jennifer Dönni, Praktikantin als Sozialdiakonin
