Denn für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn. (Philipperbrief 1,21)
Ich bin froh, dass ich in meinem Leben bis jetzt nie vor die Alternativen gestellt wurde, denen der Apostel und Briefeschreiber Paulus ins Auge blickt: Will ich meine Freiheit wiedergewinnen und am Leben bleiben oder will ich mich (weiterhin) zu Christus bekennen und mein Sterben zumindest in Kauf nehmen. Ich hoffe, dass ich auch nie in diese Situation komme, denn ich weiss nicht, wie ich reagieren würde. Das weiss wohl niemand.
Dabei gehörte Paulus nicht zu den Martyriums-Fanatikern. Er zeigt in diesem Brief, dass er noch viele Aufgaben sieht, die er erledigen könnte und auch gerne würde. Aber er ist sich wohl auch bewusst, auf was er verzichten würde, wenn er auf den christlichen Glauben verzichtet: Auf seinen Trost; auf diejenige Kraft, die ihm im Leben so viel gegeben hat und ihm darum so viel bedeutet; auf seine Hoffnung, nach seinem Tod ganz bei Gott zu sein.
Ewiger Gott
Verlass mich nie,
was auch immer in meinem Leben geschieht.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
