«Ein Sohn soll nicht die Schuld seines Vaters tragen und ein Vater nicht die Schuld seines Sohnes. Die Gerechtigkeit kommt nur dem Gerechten zugute, und die Schuld lastet nur auf dem Schuldigen.» (Ezechiel 18, 20)
Das ist ein Ausschnitt von meinem Predigttext vom letzten Sonntag. Er stammt vom Propheten Ezechiel (oder Hesekiel, je nachdem wie man die hebräischen Buchstaben wiedergibt), aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, also aus tief «alttestamentlichen» Zeiten.
Mit dem Wissen, wie alt diese Sätze sind, überrascht es mich noch mehr, wie modern und zeitgemäss sie auch heute sind. Menschen werden als Individuen gesehen und nicht in Familienhaft genommen.
Barmherziger Gott,
Du schaust auf jeden und jede von uns als eigene Person.
Hilf auch uns, Menschen als Individuen anzuschauen,
mit ihren je eigenen Fähigkeiten und Schwächen.
Lass uns nicht von Eltern auf ihre Kinder oder
von einem Menschen aus einem Land auf alle Menschen aus diesem Land schliessen.
Brigitta Josef, Pfarrerin
