Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist. (2. Mose 20,4)
Der Vers bezieht sich auf Bilder von Gott (oder auch von falschen Göttern), genau genommen auf Kultbilder, die angebetet werden. Aber er ist mir in letzte Zeit in einem ganz anderen Zusammenhang mehrmals in den Sinn gekommen: bei Besuchen, zum Beispiel bei den Familien von Konfirmanden oder Konfirmandinnen oder zur Vorbereitung einer Taufe. Ich habe mich ertappt, wie ich von einem Familienmitglied auf die ganze Familie geschlossen habe, oder mir aus einem kurzen Telefongespräch ein Bild gemacht habe.
Das hat mich neu darauf aufmerksam gemacht, wie schnell so etwas geschieht, und wie wichtig es ist, in der Begegnung für das Gegenüber und das, was es mit mir teilen will, offen zu bleiben.
Liebender Gott,
Du kennst uns wie niemand sonst.
Lass uns nicht in alten oder neuen Vorurteilen verharren, sondern offen aufeinander zu gehen.
Amen
Brigitta Josef, Pfarrerin
