Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen ausser Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten. (Korinther 2,2)
In unserer Gegend grüsst an vielen Orten der Gekreuzigte von einem Wegkreuz oder einem Bildstöckli. Für uns Reformiert ist das eher fremd, obwohl doch gerade wir die «Karfreitagschristen» sind. Doch das Kreuz ist nicht zu haben ohne denjenigen Menschen, der daran qualvoll gestorben ist.
Und der christliche Glaube ist nicht zu haben ohne die Erinnerung daran, dass derjenige, der ihn angestossen hat, am Kreuz gestorben ist. Christlicher Glaube ist keine Wohlfühlideologie, er bedenkt auch das Unaussprechliche und das, was eigentlich nicht auszuhalten ist und doch manchmal ausgehalten werden muss. Und gerade, weil Christus dieses Unerträgliche durchlitten hat, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns auch in diesen Tiefen nicht fern ist.
Barmherziger Gott
Du bist mit deinem Sohn bis zum Äussersten gegangen.
Lass uns nicht allein,
wenn wir Dinge erleben, die wir nicht erleben möchten.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
