Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. (Lukas 2,34)
Eines konnte man Jesus damals nicht vorwerfen: Dass er überangepasst gewesen sei. Rund einen Monat nach seiner Geburt gehen Maria und Josef mit ihrem Sohn in den Tempel um dort das vorgeschriebene Opfer zu vollziehen. Bei dieser Gelegenheit sorgt der alte Simeon mit seinem Ausspruch bereits ganz zu Beginn des Lebens Jesu für klare Verhältnisse. Und am Schluss hat dieser Charakterzug Jesus das Leben gekostet. Er hat sich wohl ein paar einflussreiche Feinde zu viel gemacht.
Jesus war und ist ein Stolperstein: gradlinig, provokant, herausfordernd. Es gibt so vieles an ihm, was die einen grossartig und die anderen jenseitig finden. Von seiner konsequenten Ausrichtung auf Gott über sein Gebot der radikalen Feindesliebe bis dazu, dass spätestens seine Anhänger in ihm mehr als nur einen besonderen Menschen gesehen haben: Gottes Sohn. Nehmen wir die Herausforderung an und lassen uns von Jesus provozieren! Lassen wir uns aufwecken aus unserem Alltagstrott!
Du, unser Gott,
Du forderst uns immer wieder heraus,
in unserem Denken und Handeln.
Lass uns nicht irre werden an dir.
Stärke du unser Vertrauen.
Amen
Michael Rahn, Pfarrer
