Nicht mehr die Sonne wird dein Licht sein, um am Tage zu leuchten, noch wird dir der Mond als heller Schein leuchten,
sondern der HERR wird dir ein ewiges Licht sein und dein Gott dein herrlicher Glanz.
(Jesaja 60, 19)
Dass die Sonne nicht mehr scheint, ist eine bedrohliche Vorstellung. Hier aber wird schon ganz am Anfang durch die Satzstellung angedeutet, dass es nicht um ewige Finsternis, sondern um ein neues Licht geht. Im nächsten Vers erfahren wir, dass dieses ewige Licht eine ganz konkrete Seite hat. Da es nicht wie die Sonne untergeht oder wie der Mond abnimmt, ist es zuverlässig, und wir müssen nie mehr im Dunkeln herumstolpern.
Aber noch mehr fasziniert mich die kosmische Dimension, die hier mitschwingt und unser Gottesbild erweitert. In manchen Liedern des Kirchengesangbuchs wird so auch ausgedrückt, wer Jesus Christus ist, und wie er zu Gott dem Vater steht, z.B. im folgenden Weihnachtslied.
Gott aus Gott und Licht aus Licht,
Feuer, das aus Feuer bricht,
Ewigkeit, noch nie erkannt,
Himmel, der zur Erde fand.
(Georg Schmid, Evangelisch-reformiertes Gesangbuch, Lied 430)
Brigitta Josef, Pfarrerin
