Ich werde ihn [Gott] schauen, und meine Augen werden ihn sehen, und niemand sonst. (Hiob 19,27)
Kann man das, Gott mit unseren menschlichen Augen schauen? Gott sehen, wie man einen Stuhl oder ein Haus sieht, sicher nicht. Aber Gott schauen, mit meinem inneren Auge, mit meinem Glauben?
Es ist auch da nicht einfach: Vieles will sich zwischen mich und Gott stellen: Die Geschäfte des Alltags, meine Sorgen um mich und andere Menschen, mein mangelndes Vertrauen, meine Ruhelosigkeit.
Doch Menschen beschreiben immer wieder, wie sie – wenigstens ansatzweise – Gott schauen durften und von diesen Momenten zutiefst berührt wurden. In der Meditation, im Gebet, in der Versenkung in Gott. Dies ist immer eine Gabe Gottes, wir können es nicht «machen». Doch wenn ich es nicht anstrebe, wird es auch sicher nicht gelingen.
Michael Rahn, Pfarrer
