Glücklich ist, wer den Herrn verehrt. … Gnade, Barmherzigkeit und Liebe strahlt er aus. Gut ist der Mensch, der schenkt und verleiht. (aus Psalm 112)
Das Leben mit seinen Abläufen ist geordnet, als Lothar die Diagnose des unheilbaren Krebses ereilt. Und so verkauft er seine Firma und sein Haus und bringt seinen Hund ins Tierheim, dem er sein ganzes Vermögen spendet. Und er zieht ein ins Hospiz, wo er Rosa kennenlernt.
Sie reden über ihre Beerdigungen, und Lothar bittet seinen früheren Arbeitskollegen darum, die Abschiedsrede zu halten. Weil ja kein Pfarrer dabeisein soll. Aber über was soll man den reden, wenn man den Verstorbenen gar nicht richtig gekannt hat, weil dieser nie etwas von sich preisgegeben hat. Und Lothar beginnt zu erzählen. Durch solche Reflexion und den Austausch mit Rosa, die ihn gnadenlos «spiegelt», kommt sich Lothar selbst näher und auch seiner Tochter, mit der er schon lange keinen Kontakt mehr hatte.
Aber dann wirft die Mitteilung, dass er gar nicht unheilbar krank ist, alles über den Haufen. Lothar «muss» weiterleben. Und wieder bei Null anfangen, denn er hat ja all seinen Besitz weggegeben. Das führt zu turbulenten Wiederbegegnungen und zu einem wahrlich neuen Leben – jedoch mit ganz anderen Vorzeichen. Lothar wird zu einem «guten» Menschen – siehe oben.
Und vielleicht würde er jetzt bei seiner Beerdigung sogar den Pfarrer reden lassen.
Film: Ruhe! Hier stirbt Lothar. Mit Jens Harzer und Corinna Hafouch. Gestern auf ARD.
Bettina Lukoschus, Pfarrerin
