Als Jesus an die Stelle kam, schaute er nach oben und sagte zu ihm: Zachäus, los, komm herunter, denn heute muss ich in deinem Haus einkehren. Und der kam eilends herunter und nahm ihn voller Freude auf. Und alle, die es sahen, murrten und sagten: Bei einem sündigen Mann ist er eingekehrt, um Rast zu machen. (Lukas 19, 5-7).
Erhalten Sie genug Anerkennung für Ihre Arbeit? Fühlen Sie sich genug gewürdigt für das, was Sie tun? Und werden Sie wertgeschätzt, gelobt?
Ich höre das immer wieder: Ich spüre keine Wertschätzung. Es gibt niemanden, der das anerkennt, was ich alles schaffe und leiste. Keiner kann ermessen, was alles an mir hängt. Die meisten können sich nicht einmal vorstellen, wie ich das alles auf die Reihe bekomme.
Bei der heutigen Bibelstelle geht es um Wertschätzung. Ausgerechnet den wenig geachteten Zöllner Zachäus will Jesus bei seiner Durchreise kennenlernen und bei ihm übernachten.
Die Leute waren empört. Vermutlich dachten sie, wie kann nur Jesus bei einem Betrüger einkehren? Aber können die Menschen wissen, was im Leben dieses Zollbeamten alles falsch gelaufen ist? Oder warum er im Leben so hart geworden ist? Kann jemand ermessen, wie wenig Anerkennung und Wertschätzung er erfahren hat?
Jesus hat ihm diese Wertschätzung geschenkt. Und diese Wertschätzung hat Folgen:
„Zachäus aber trat vor den Herrn und sagte: Hier, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, Herr, und wenn ich von jemandem etwas erpresst habe, will ich es vierfach zurückgeben».
Ich denke, dass sich momentan unsere Gedanken fast die ganze Zeit um die Corona Krise drehen. Trotzdem finde ich es wichtig, die Zeit zu finden, um jemandem eine Dankeskarte zu schreiben oder einen Blumenstrauss zu schenken. Damit kann man jemandem das Leben für ein paar Tage bunter machen. Und das tut gut, besonders in der dunklen Jahreszeit!
Nehmen wir uns das doch in der neuen Woche vor: Einen Menschen wertzuschätzen und es ihm auch zu sagen, zu zeigen. Wer wartet nicht alles auf ein Lob, auf ein aufrichtiges Dankeschön?
Anna Hemme-Unger
