Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe – diese Drei. Aber die Liebe ist die grösste unter ihnen.
(1. Korintherbrief 13, 13)
Die Tattoostudios erleben in der Coronazeit einen Boom: aussergewöhnlich viele Menschen lassen sich in ihre Haut stechen und so (meist hautärztlich nicht geprüfte) Tinte in die oberen Hautschichten einbringen. Dort bleibt die Farbe – zwar nicht bis in die Ewigkeit, aber doch so lange, bis man diese Erde verlässt. Allerdings ist die Haut, wie auch der Rest vom Körper unaufhaltsam dem Alterungsprozess unterworfen, was dazu führt, dass die Haut an den meisten Stellen ihre Spannkraft verliert – mit unerwünschten Veränderungen in der Tattooqualität.
Dennoch: Tattoos sind «in», etwa mit der Botschaft: «2020 – I survived Corona» aber auch bildhafte Darstellungen, wie ein Krönchen oder sogar eine WC-Papierrolle werden verewigt.
Warum? Es ist wegen der Sicherheit. Es ist deswegen, weil nichts zu bleiben scheint, wie es war. Und das macht unsicher. Während alles, was bleibt, Sicherheit gibt. Die Frage, was bleibt, wird dringender – gerade in dieser Zeit.
Glaube, Hoffnung, Liebe – bleiben. Immer. Gestern. Heute. Morgen. So sagt die Bibel. Daran können wir uns halten. Das gibt uns Sicherheit.
Glaube, Hoffnung, Liebe – Anker, Kreuz, Herz – das berühmte Seefahrer-Tattoo. Wenn alle Habe woanders ist und die Wellen einen in immer andere Richtungen tragen, sind diese Drei sind untrennbar dabei und auf der Haut, für immer. Wenn schon ein Tattoo, dann dieses.
Bettina Lukoschus, Pfarrerin
