Und es brach ein Krieg aus im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen. Und der Drache und sein Engel nahmen den Kampf auf, doch er vermochte sich nicht zu behaupten, und es gab für sie keinen Platz mehr im Himmel. (Offenbarung 12,7.8)
Wir leben in Zeiten in denen der Weltuntergang – die Apokalypse – plötzlich wieder denkbar wird. Kriege wüten in fern und nah. Herrscher an verschiedenen Enden dieser Erde gebärden sich, wie wenn ihnen das Ergehen dieser Erde und der Menschen darauf egal wäre. Die Angst vor einer übermächtigen KI scheint nicht ganz unbegründet.
Manch einer denkt sich vielleicht: Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Wenn das Böse seinen Kopf erhebt, muss er mit aller Gewalt abgeschlagen werden. Das Böse darf nicht nur im Himmel (wie im Bibeltext) sondern auch auf der Erde keinen Platz haben und muss mit allen Mitteln bekämpft werden.
Der Apostel Paulus hat dazu eine dezidiert andere Meinung. «Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem», rät er der Gemeinde in Rom. Der apokalyptische Kampf gegen das Böse – das macht der Offenbarungstext deutlich – ist nicht unser Kampf, sondern der Kampf Gottes. Wir sind zu anderem aufgefordert: Gutes zu tun, da, wo es uns möglich ist.
Ewiger Gott
Sei du da, wenn wir Angst haben.
Mache du uns Mut, am Guten festzuhalten
und es zu tun.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
