Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Johannesevangelium 20,29)
Das sagt Jesus dem Apostel Thomas, der nicht bei den anderen Jüngern war, als Jesus ihnen am Abend des Ostertags erschien. Eine Woche später erfüllt sich der Wunsch von Thomas, Jesus selbst sehen und berühren zu können. Und dann sagt Jesus diese Worte.
Wie sollen wir sie verstehen? Sind sie ein Tadel an Thomas, der doch dem, was seine Gefährten ihm erzählten, hätte glauben sollen? Daran, dass er selbst Jesus sehen wollte?
Oder sind sie nicht vielmehr als Trost für alle späteren Generationen von Christen und Christinnen gedacht? Denn wir leben nicht nur nach der Zeit, in der Jesus als Mensch unter Menschen lebte, sondern auch nach der Zeit, in der er bei verschiedenen Gelegenheiten seinen Jüngern und Jüngerinnen als Auferstandener erschienen ist.
Aber ist glauben ganz ohne sehen und berühren möglich? Oder geht es um eine andere Art, berührt zu werden? Um eine, die noch weniger objektivierbar ist als die Erscheinungen Jesu nach seiner Auferstehung?
Ewiger Gott,
wir feiern Ostern, das Fest der Auferstehung von Jesus Christus, deinem Sohn.
Was genau damals geschehen ist, bleibt schwer begreiflich. Aber es ist der Grund unserer Hoffnung.
Lass uns offen werden für Dich und Deine Botschaft, für die verschiedenen Arten, wie Du uns berühren und zu Dir ziehen willst.
Amen
Brigitta Josef, Pfarrerin
