Herr und Gebieter meines Lebens,
den Geist des Müssiggangs, des Kleinmuts,
der Machtverliebtheit und der Schwatzhaftigkeit
gib mir nicht.
Den Geist aber der Besonnenheit, Demut,
Geduld und Liebe
schenke mir, Deinem Knecht.
Ja, Herr, König,
gewähre mir, meine Fehltritte zu seh’n
und meinen Bruder nicht zu verurteilen;
denn gebenedeit bist Du von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.
Ausnahmsweise steht hier statt einem Bibeltext ein Gebet. Es wird dem Hl. Ephräm, einem syrischen Eremiten und Theologen aus dem 4. Jahrhundert zugeschrieben. Mir ist dieses Gebet bei meiner diesjährigen Weiterbildung im Kloster Niederaltaich begegnet. Es wurde dort in jedem Stundengebet gebetet. Nicht nur mit den Worten des Liturgen, sondern mit dem ganzen Körper aller. Nach jeder der drei Strophen sind Mönche und Gemeinde auf die Knie gegangen und haben sich verneigt. Eine eindrückliche Art, sich ein Gebet zu eigen zu machen. Und ja, wenn mehr Menschen dieses Gebet von Herzen beten und sich danach ausrichten würden, sähe es wohl anders aus auf unserer Welt…
Michael Rahn, Pfarrer
