Gott, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich höre, wie Schüler hören. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Jesaja 50, 4-5
Zuhören und Ermutigung. Das ist ein interessantes Duo. Einerseits habe ich in Begegnungen immer wieder den Eindruck, dass die Ermutigung vor allem darin besteht, dass ich zuhöre und versuche, mitzugehen, zu verstehen, was mein Gegenüber bewegt.
Und andererseits lässt das Wort «Schüler» auch an einen Lehrer denken. Der- oder diejenige, der / die ermutigenden Worte spricht, muss erst einmal selbst hören: auf das, was Gott ihm oder ihr sagt. Dann kommt der Trost nicht aus dem Schüler, der Schülerin selbst. Und er muss es auch nicht – das ist auch entlastend.
Ewiger Gott,
in dem, was uns beschäftigt, möchten wir angenommen und verstanden werden. Und manchmal scheint es, dass wir darüber das Zuhören verlernen. Öffne unsere Ohren für das, was unsere Nächsten beschäftigt, und für das, was Du uns sagen willst.
Und lass uns darauf vertrauen, dass Dein Ohr immer offen ist für das, was uns bewegt.
Amen
Brigitta Josef, Pfarrerin
