Dann sagte er (Jesus) zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung! (Markus 16, 15)
An diesem Vers hat mich bewegt, dass hier nicht nur die Menschen die Adressaten des Evangeliums sind, sondern die ganze Schöpfung. Der anschliessende Abschnitt (gerade bevor Jesus in den Himmel hinauffährt) handelt dann ganz konventionell davon, was das Evangelium für die Menschen bedeutet. Und in den anderen Varianten dieser Abschiedsszene liegt der Schwerpunkt auch bei den Menschen, z.B.: «macht alle Völker zu meinen Jüngern» (Matthäus 28,19).
Aber der Gedanke, dass nicht nur wir Menschen, sondern alles, was ist, Tiere, Pflanzen und die unbelebte Natur, auch auf Erlösung wartet und auf Erlösung hoffen darf, berührt mich. Paulus führt den Gedanken dann im Römerbrief etwas länger aus (Römer 8, 19-2): «Ja, die gesamte Schöpfung wartet sehnsüchtig darauf, dass die Kinder Gottes in ihrer ganzen Herrlichkeit sichtbar werden. Denn die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, allerdings ohne etwas dafür zu können. Sie musste sich dem Willen dessen beugen, der ihr dieses Schicksal auferlegt hat. Aber damit verbunden ist eine Hoffnung: Auch sie, die Schöpfung, wird von der Last der Vergänglichkeit befreit werden und an der Freiheit teilhaben, die den Kindern Gottes mit der künftigen Herrlichkeit geschenkt wird.»
Ewiger Gott,
wir loben Dich als Schöpfer, und doch ist auch die Natur nicht vollkommen, sondern gebrochen.
Wir bitten Dich: vollende auch sie, so dass Dein ursprünglicher guter Wille ganz verwirklicht wird.
Amen.
Brigitta Josef, Pfrn.
