Lass ab vom Zorn und entsage dem Grimm,
ereifre dich nicht – es führ nur zum Bösen!
Psalm 37,8
Der «Wutbürger» hat keine gute Presse. Zu Recht. Wenn Menschen ihrer Wut und ihrem Zorn ungezügelt ihren Lauf lassen, ist das für ihre Umgebung unangenehm, und es führt selten zu konstruktiven Lösungen.
Das bedeutet nicht, dass man überall immer nur schweigen und gute Mine zum Bösen spiel machen soll. Manchmal platzt einem der Kragen, und das muss nicht immer schlecht sein. Es kann auch ein unübersehbares Zeichen für alle sein, dass da etwas nicht stimmt und eine Veränderung nötig ist.
Ich denke, es geht in diesem Vers um eine Grundhaltung. Wut und Zorn als Dauerzustand schadet allen: mir selber, meinem – vielleicht grundsätzlich berechtigten – Anliegen und der Umgebung. Mein Ziel ist in den meisten Fällen, zum Guten hinzuwirken. Dafür muss ich auf Menschen zugehen können und ihnen zuhören. Dafür ist der Dauerzorn ungeeignet.
Ewiger Gott
Hilf du mir mit meinen Gefühlen umzugehen.
Hilf du mir, aus Zorn etwas Konstruktives zu machen.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer
